Panikartiger Abschluß der Metall-Tarifrunde 1991 in Baden-Württemberg am 5. Mai 1991
In den Morgenstunden des sonntäglichen 5.5.1991 fand die Metall-Tarifrunde 1991 für
Baden-Würtemberg ihren Abschluß. Der Terminkalender im Vorfeld dieses 5.5. konnte enger nicht sein.
Nach Ablauf der Friedenspflicht am 30.4. wurde kurzfristigst
und eiligst am 2.5. nicht nur zum ersten Zusammentreffen der
Verhandlungsgremien beider Seiten
für den 4.5.1991 (lt. FAZ v. 6.5.1991) eingeladen, sondern sofort auch
die IGM-Tarifkommission als Beschlußorgan für Tarifverträge hinzugerufen.
Diese billigte am 5.5. den ausgehandelten Kompromiss sofort.
Der Tarifvertrag ging über 2 Jahre und die Tariflöhne stiegen in zwei Stufen um
insgesamt 7 %.
Die Zeitspanne zwischen Tarifrundenstart und -Abschluß betrug gerade mal ein Tag.
So schnell und für alle Beobachter unerwartet schnell,
war noch niemals eine Metalltarifrunde im Nachkriegsdeutschland über die Bühne gegangen.
Was war geschehen?
Ich hatte am 25.4.1991 den beiden Vorstandsspitzen der Stuttgarter Metall-Tarifvertragsparteien
eine Medienmitteilung zugefaxt, in der ich androhte, mit der überlegenen Alternative ‚EPIKUR-Lohn'
diese Metalltarifrunde sprengen zu wollen. Um diese Drohung zu verstärken, verteilte ich am 1. Mai an die Teilnehmer der DGB-Kundgebung am
Frankfurter Römer ein Flugblatt an die Kundgebungsteilnehmer,
in dem ich die Metalltarifparteien als modernen
Rumpelstilzchen-Clan darstellte, der den
Wachstumszwang-Absolutismus via stetig steigende
Bruttoarbeitskosten managt, und dass jede Metalltarifrunde
eine ‚chinesische Lösung gegen alle
Befreiungsversuche aus der
Wachstumszwang-Tyrannei und aus der Kultur-Crash-Perspektive
darstellte.
Dieses Flugblatt verteilte ich im Anschluß an die Kundgebung auch in der Höhle des Löwen,
d.h. im DGB- und IGMetall-Haus in Frankfurt an
alle IGM-Zentralverwaltungs-Mitglieder. Die öffentliche Benennung des herrschenden
Rumpelstilzchens erzeugte wohl die
Panikstimmung bei den 'Metalltarifpartnern' von IGM-Vorstand und den deutschen
Metallarbeitgebern, die dann zum
schnellen Panikabschluß der Metalltarifrunde 1991 führte.
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