Öffentliche Erpressung des Erlangener Radler-OB, Dr. Hahlweg, der Stadtspitze am 16.1.1986 und danach durch den Siemens-IGMetall-Vorstände-Clan
Die Erpressung hatte das Ziel, eine evolutionsprozess- und endausbauorientierte S t u d i e über ein ‚radlerzentriertes Stadt-Umlandverkehrssystem für Erlangen' zu verhindern, die ich als ehemaliger SPD-Stadtrat in die Diskussion gebracht hatte. Das wäre der stadtgeschichtlich logische Folgeschritt bei der Umgestaltung des Stadtverkehrssystems für Erlangen und sein Umland hin auf eine radlerzentrierte Verkehrskultur gewesen.
Eine solche Studie, die auch die gesundheitlichen, die psychischen und die stressbiologisch-menschlichen Lern- und Entwicklungsaspekte umfassen sollte, hätte alle Widerstände gegen ein radlerzentriertes Verkehrskonzept schon in der Diskussionsphase beseitigt. Niemand hätte zu einer umfassenden Umkehr der humanen Fehlentwicklungen und dem Sturz der Auto-Bus-Bewegungsarmuts-Herrschaft über die psychische, physische und geistig-sinnlich Entwicklung der Menschen in Deutschland NEIN sagen können, weil man zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass alle menschlichen und städtebaulichen Interessen Erlangens positiv und alle kulturellen Werte von einer solchen Stadtverkehrs-Revolution im Maximum erfüllt werden. Erlangen wäre zur Modellstadt in Deutschland für den Exodus aus der autozentrierten Verkehrskultur geworden. Die wirtschaftlichen Konsequenzen aber wären gigantisch gewesen: 100 Mrd. Autokilometer p.a. in Deutschland und der mit der Autokultur verknüpfte Fremdleistungs- und Status-Lebensstil standen hier zur Disposition - ja die bisherige 2%-
Wachstumszwang-Strategie wäre nicht mehr durchhaltbar gewesen. Sie stützt sich ja wesentlich auf den Verkehrs- und Autosektor und die wachstumspolitische Strategie: High-Speed- und High-Tech-Autotechnik in den Markt zu drücken und für den Fahrleistungs-Zuwachs beim Autovekehr zu sorgen.
Die Spitzen der deutschen
Wachstumszwang-Absolutisten sahen sich gezwungen, den revolutionären und kreativen, kleinen Anfängen in der Diskussion hin auf eine selbstleistungs-orientierten Verkehrskultur zu wehren. Die alltägliche, alle Menschen zugängliche Fahrradeuphorie mit ihren Sinnen- und Selbstleistungserfahrungen (= Kern des alternativen Lebensstils), die besonders für junge Menschen biographie- und entwicklungsprägend sind, sollte dem getriggerten Bewegungsdefizit-im-Alltag und der Orientierung auf den Leistungs- und Sinnlichkeitsersatz des werblich-vermittelten Autoprestige-Genusses der bürgerlichen Wohlstandsschicht, sowie im Besonderen den autozentrierten Lebensstilsehnsüchten und -vorstellungen der Jugendlichen nicht in die Quere kommen. Von einer kleinen, unscheinbaren Studie in Erlangen drohte der deutschen Machtspitze eine Lebensstilrevolution zu Lasten des Fremdleistungs-Konsums, der absolutistisch herrschenden
Wachstumszwangsstrukturen in Deutschland, die ich in meiner Begründung der Erlangener Studie für eine radlerzentrierten Stadtverkehrsentwicklung in den Mittelpunkt stellte. Ich hatte im Jahr 1984/85 den Geniepunkt des Systems berührt. Und ich wußte das.
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